Tamilische Evangelisch-Lutherische Kirche

Tamilische Evangelisch-Lutherische Kirche

In Indien ist das Leipziger Missionswerk seit 1840 tätig. Die Arbeit wurzelt in der Dänisch-Halleschen Mission, die mit Bartholomäus Ziegenbalg und Heinrich Plütschau 1706 begann. Seit 1919 ist die Tamilische Evangelisch-Lutherische Kirche (TELC) selbstständig.

Sie ist regional begrenzt auf den Bundesstaat Tamil Nadu und hat etwa 110.000 Mitglieder, die zu 60 Prozent kastenlose Dalits sind. Immer noch bestimmt das Kastensystem das Leben in Indien. Da die TELC ein Spiegel der indischen Gesellschaft ist, führt das Kastenwesen auch dort zu Spannungen und Konflikten.

Die christliche Botschaft – vor Gott sind alle Menschen wertgeachtet – hat für Dalits und die Ureinwohner Adivasi eine besondere Bedeutung. Treten Hindus zum christlichen Glauben über, verlieren sie den Schutz ihrer Kaste, Dalits zudem ihren Anspruch auf staatliche Förderung. Darum muss die christliche Gemeinde sich besonders um die sozialen Bedürfnisse ihrer Mitglieder kümmern. Die TELC hat deshalb eine starke sozial-diakonische Ausrichtung. Sie unterhält Schulen, Kinder- und Behindertenheime und fördert Einkommen schaffende Maßnahmen und Infrastrukturprojekte.