Biografie über Missionar Hermann Gäbler

Buchpremiere

(EVA) Voll Zuversicht trat Hermann Gäbler (1867–1918) in die Leipziger Mission ein und brachte rückhaltlos ein Vierteljahrhundert lang all seine Kraft in diese Lebensarbeit ein, an deren ungebrochenem Erfolg er zuletzt aber Zweifel hatte. 

Gäbler blieb stets seiner pietistischen und kleinbäuerlich-dörflichen Herkunft treu. Darauf aufbauend entwickelte er eine eigenständige missionarische Praxis, die er innerhalb des bürgerlichen und lutherisch-konfessionalistischen Milieus der Missionsgesellschaft bewahrte. So verschärfte er die Bedingungen zum Taufempfang. Statt auf der bloßen Kenntnis lutherischer Glaubenslehren zu bestehen, verlangte er die Teilnahme am gottesdienstlichen Leben und die Übernahme von christlicher Sitte und Moral. Im Gegenzug suchte er die missliche Lage der Landbevölkerung durch die Anlage von Brunnen und den Bau von Wegen zu verbessern. Die Missionsleitung schätzte seine Einsatzbereitschaft und tolerierte seine abweichenden Auffassungen, aber Gäbler blieb ein Außenseiter.

Die Biographie zeichnet ein faszinierendes Bild vom täglichen Leben eines Missionars und seiner Familie, zugleich spiegelt sich in ihr die Geschichte der protestantischen Weltmission ebenso wie die der kolonialen Herrschaft in Indien bis in die Zeit des Ersten Weltkriegs.

Ulrich Gäbler, Dr. theol., Dr. h.c., Jahrgang 1941, ist Professor em. für Kirchengeschichte. Er lehrte in Zürich, Amsterdam, Basel und als Gastprofessor in Harvard (USA). Von 1998 bis 2006 war er vollamtlicher Rektor der Universität Basel. Seine Forschungen gelten der Reformation, insbesondere in der Schweiz, und den Frömmigkeitsbewegungen des 19. und 20. Jahrhunderts in Europa und in den USA. Biographische Arbeiten von ihm erschienen in mehreren Sprachen. Gäbler lebt in der Schweiz und in Österreich. Er ist ein Enkel von Hermann Gäbler.

(Klappentext)

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