Mission: Um Gottes willen!

Mission: Um Gottes willen!

Dauerausstellung im Missionswerk

Fast drei Jahre haben das Leipziger Missionswerk und Ehrenamtliche, u.a. aus dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig und dem Grassimuseum, an der Neugestaltung der Dauerausstellung gearbeitet. Die früher eher völkerkundliche Ausstellung präsentiert sich nun im Kellergewölbe des Werkes als ein moderner Mix aus einigen wenigen, ausgewählten Exponaten und teils fotorealistischen, teils comic-haften Wandzeichnungen.

Auf eine jugendliche Zielgruppe orientiert, konzentriert sich die Ausstellung auf besonders relevante Fragen der Missionsarbeit: beispielsweise auf das Verhältnis von Mission und Kolonialismus oder Mission und Kulturzerstörung. „Wir wollen mit der Ausstellung zu einer ergebnisoffenen Diskussion anregen.“, so Missionsdirektor Michael Hanfstängl. „Das Ziel ist, das Besondere an der Leipziger Arbeit darzustellen und die Entwicklungen in der Missionsarbeit deutlich zu machen. Was hat man früher unter Mission verstanden und was versteht man heute darunter?“ Natürlich bietet sich die Ausstellung auch für alle anderen Altersgruppen an.

Während der Ausstellungsentwicklung hat man im Missionswerk viel über die eigene Geschichte gelernt und viele neue Erkenntnisse gewonnen. Die Aufgabe des Museologen Jan Wünsche von der Leipziger Agentur KOCMOC.net, die mit der Gestaltung beauftragt wurde, war es dann, die vielen Ideen und Aspekte zusammenzufassen und eine Auswahl zu treffen.

„Es war eine ziemliche Herausforderung aus rund 3.200 Exponaten die passenden auszuwählen.“, so Hanfstängl. „Ohne die Gestalter hätten wir wahrscheinlich eine Bleiwüste geschaffen, aber jetzt sind die wichtigsten Informationen ansprechend gebündelt, sodass auch Jugendliche und junge Erwachsene sich sicher nicht langweilen.“ Zu sehen sind nun rund 70 Exponate, die zum einen die Geschichte und das Missionsverständnis des Werkes illustrieren und zum anderen in eigenen Länderräumen zu den Partnerkirchen in Tansania, Indien und Papua-Neuguinea einen Eindruck vom Leben und Glauben bieten.

Die Geschichte des Hauses wird unter anderem in einer Portraitwand mit den fast 400 entsandten Missionaren – darunter Pfarrer, Ärzte, Handwerker, Lehrerinnen und Krankenschwestern - sichtbar.

Länderräume

In einem sehr hellen Tansania-Raum wird das Thema HIV/Aids behandelt. Im stark abgedunkelten Papua-Neuguinea-Raum sind in einer Installation aus teilweise beschrifteten Holzlatten Informationen und Exponate zu entdecken, die sich um das Thema Geister und Dämonen drehen. Im sehr bunten Indien-Raum werden die Themen Hinduismus und Kastenwesen veranschaulicht. In allen drei Länderräume gibt es Medienstationen, in denen Interviews mit den Länderreferenten und Filmsequenzen aus den jeweiligen Ländern gemischt wurden.

Für Gruppen ist in der Regel eine Führung durch einen Mitarbeitenden des Missionswerkes vorgesehen. Bitte melden Sie sich dafür frühzeitig, spätestens jedoch eine Woche vorher, dazu an. Der Eintrittspreis beträgt 1 Euro pro Person.

Die Ausstellung wurde nominiert für den Sächsischen Staatspreis für Design 2009.

 

««« zurück