Johannes Kabis

geb.1853 , gest.1919

Johannes Kabis, geboren am 1. August 1853 in Rudolstadt, trat Oktober 1868 in das Leipziger Missionsseminar ein. Er studierte Theologie und wurde am 23. Mai 1877 nach Indien abgeordnet.

Nach dem Erlernen der Sprache Tamul wurde er zunächst bis 1879 in der Verwaltung in Tranquebar (heute Tharangambadi) eingesetzt.

Kabis heiratete am 25. November 1879 in Madras Thora Riemer aus Köln. Das Ehepaar hatte mehrere Kinder. Die dritte Tochter Martha war später ebenfalls im Missionsdienst tätig.

Ab 1891 war er Mitglied im Kirchenrat und übernahm zeitweilig den Vorsitz.

Nach Zwischenstationen in Madras (heute Chennai), Mayavaram,  Chingleput (heute Chengalpattu), war er ab 1893 in Thiruvallur (heute Tiruvallur) stationiert, von wo aus er die umliegende Gegend evangelisierte. Kabis trennte das Dorf Pandur als eigene Gemeinde ab und zog 1904 dorthin um. Gemeinsam mit seiner Frau versuchte er, die soziale Situation der Kastenlosen (Dalits) durch Bildungsmaßnahmen, Landverteilung und Brunnenbau zu verbessern. Sie gründeten in Pandur eine Schule für die Kinder der Umgebung, eine Nähschule, eine Landwirtschaftsschule und ein Jungenwohnheim.

1904 reiste er nach Rangoon (Myanmar), um die dortige lutherische tamilische Gemeinde zu besuchen.

Den von ihm begonnenen Kirchenneubau der "Ahrenlesekirche" konnte Kabis nicht selbst volleinden, da er 1908 aus gesundheitlichen Gründen in die kühleren Berge nach Bangalore (heute Bengaluru) umziehen musste. Im Frühjahr 1910 kehrte er nach Deutschland zurück und übernahm am 1. August 1910 eine Stelle als Berufsarbeiter der Mission in Hamburg.

Er starb am 30. März 1919 in Neuenkirchen in Oldenburg während einer Vortragsreise. Von ihm stammen einige Hefte aus der Reihe der „Großen Palmzweige“.

Bis heute wird Johannis Kabis in Tamil Nadu verehrt und geschätzt. Nach ihm benannt wurde die Kabis-High School in Pandur, die am 25. Juli 1966 eingeweiht wurde.

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