Besuchs-Programm

2018

2006 lud das Leipziger Missionswerkes erstmals drei Frauen aus seinen drei Partnerkirchen in Tansania, Indien und Papua-Neuguinea zum Begegnungsprogramm „Mission to the North“ ein. Innerhalb von drei Monaten sollten die Gäste einen Einblick in das kirchliche Leben in Mitteldeutschland erhalten, reflektieren und Impulse geben.

Schon die Fragen, die von Gästen aus anderen Regionen der Erde gestellt werden, haben viele der besuchten Gemeindemitglieder und -leitenden zum Nachdenken gebracht. Sicher sind viele der benannten Probleme bekannt - Wo ist die Jugend? Warum gehen die Menschen sonntags nicht in den Gottesdienst? - und dennoch sind diese Besuche immer wieder auch Motivation.

„Gemeinde querdenken: Neue Wege für eine alte Kirche“ – so lautet der inhaltliche Schwerpunkt für dieses Jahr. Vom 12. April bis 27. Juni 2018 werden zwei Pfarrerinnen aus Indien und Tansania mit uns Ideen für eine Kirche von morgen entwickeln. Die Teilnehmerin aus Papua-Neuguinea Jellyn Kafare musste ihre Teilnahme aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig absagen.

Die Teilnehmerinnen

Die Tamilische Evangelisch-Lutherische Kirche (TELC) hat Pfarrerin Helen Monica für das Programm ausgewählt. Die 40-Jährige studierte Englische Literatur in Chennai und Theologie am Theologischen Seminar (TTS) in Madurai. Sie wurde 2012 ordiniert und arbeitet als Pfarrerin an der TELC-Zionskirche in Ootacamund/Udagamandalam, nordwestlich von Coimbatore. Helen Monica ist Mutter von zwei schulpflichtigen Kindern. Ihr Ehemann ist ebenfalls Pfarrer.

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Tansania (ELCT) hat Pfarrerin Nancy Nahum Mtera nominiert. Die 45-Jährige kommt aus der Konde-Diözese im Südwesten des Landes. Sie ist verwitwet und hat drei Kinder. Aufgewachsen in Mbeya, lebt sie seit 2013 in Tukuyu. Dort arbeitet sie als Pastorin an der Hauptkirche. In ihrer Gemeindearbeit sammelte sie Erfahrung mit missionarischer Arbeit in mehrheitlich nichtchristlichen Gemeindegebieten. Ihr Theologiestudium absolvierte sie von 2008 bis 2013 in Iringa.

Das Nachdenken über zukunftsfähige Strukturen begleitet Kirchen in Deutschland bereits seit Jahrzehnten. Nun wollen wir gezielt die Perspektiven unserer Partnerkirchen auf diese Diskussionen einbringen. Uns interessiert ihr Blick auf die Versuche in den Erprobungsräumen der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) und in den Strukturüberlegungen der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens (EVLKS)? Welche neuen Wege sehen die Gäste für unsere „alte“ Kirche?

Veranstaltungen

Zu einigen Veranstaltungen möchten wir besonders einladen. Dazu gehört ein begleitendes Seminar zum Thema „Gemeinde querdenken – Ökumenische Impulse für unsere Kirche von morgen“. Unter der Leitung von LMW-Direktor Ravinder Salooja haben Sie am 2. und 23. Juni jeweils von 11 bis 16 Uhr die Gelegenheit, mit den internationalen Teilnehmerinnen direkt über ihre Erfahrungen ins Gespräch zu kommen:  Welchen Eindruck haben sie vom kirchlichen Leben in Deutschland? Was gefällt ihnen gut? Was irritiert sie? Was halten sie von den vielen Strukturdiskussionen? Welche Ratschläge würden sie uns mit auf den Weg geben? Gemeinsam mit den Pfarrerinnen aus Indien und Tansania werden sie reflektieren, wie wir als Kirche sein wollen, vor welchen Herausforderungen wir stehen und wie wir diese bewältigen können.Bei Interesse bitten wir um eine Anmeldung bei Kerstin Berger.

Außerdem werden die beiden Teilnehmerinnen bei den Regionaltreffen der Frauenmission und des Freundes- und Förderkreises des Evangelisch-Lutherischen Missionswerkes Leipzig e.V. Chemnitz, Zwickau, Bautzen und Dresden im Mai und bei dessen Mitgliederversammlung am 16. Juni dabei sein. Auch beim Familienseminar rund um Christi Himmelfahrt (10. bis 13. Mai) werden sie ihre Erfahrungen zum Thema „Das Kind im Mittelpunkt. Vorstellungen von Familie und Partnerschaft in verschiedenen Kulturen“ im Evangelischen Tagungs- und Freizeithaus in Röhrsdorf bei Chemnitz einbringen.

Wie in den Vorjahren sind auch wieder Gemeindewochen vorgesehen, die diesmal im Kirchenkreis Salzwedel (28. April bis 6. Mai) und im Kirchenbezirk Löbau/Zittau (19. bis 27. Mai) stattfinden werden. Die gemeinsame Zeit mit den Gästen schließt jeweils mit einem „Fest der weltweiten Kirche“ ab. Nähere Informationen dazu werden noch bekannt gegeben.

Ebenfalls geplant ist das Willkommen im Gottesdienst in der Leipziger Peterskirche am 15. April um 10.30 Uhr sowie die Verabschiedung am Nachmittag des 23. Juni.