Verabschiedung von Direktor Volker Dally

Am 17. Januar 2016 wurde Pfarrer Volker Dally nach viereinhalb Jahren Dienstzeit als Direktor des Leipziger Missionswerkes (LMW) im Rahmen eines Gottesdienstes in der Leipziger Peterskirche verabschiedet. Er wechselt am 1. Februar zur Vereinten Evangelischen Mission (VEM) in Wuppertal, die ihn Anfang Oktober 2015 zu ihrem neuen Generalsekretär wählte.

Für den 54-Jährigen ist es eine Rückkehr. Bevor er beim 175. Jahresfest des LMW 2011 eingeführt wurde, arbeitete er als Beauftragter für den Dialog der Religionen und Studienleiter am Center for Mission and Leadership Studies der VEM in Wuppertal. In deren Auftrag war er bereits zuvor fünf Jahre für die ostjavanische Kirche GKJW in Malang/Indonesien als theologischer Studienleiter in der Pfarrerfortbildung und der Aus- und Weiterbildung der ehrenamtlich Mitarbeitenden tätig. 

In seiner Predigt, sagte Dally, dass ihn in Leipzig vor allem auch das Leben in einem säkularen Umfeld verändert habe. Es sei ihm noch bewusster geworden, dass Mission immer eine Aufgabe im hier und jetzt sei, an dem Ort, an dem man sich gerade befindet.

Oberlandeskirchenrat Dr. Peter Meis nahm als Vorsitzender des Missionsausschusses die Entpflichtung vor. In seiner Abschiedsrede sprach er über den Vers Jesaja 60,2: "Über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir." Er dankte Dally für die Arbeit in den Trägerkirchen und in der Landessynode. Er habe das Werk "fachlich und menschlich stabil und zukunftsfähig gemacht". Er sei beeindruckt gewesen von der großen interkulturellen Kompetenz und ökumenischen Weite, die Volker Dally eingebracht habe.

Kirchenrätin Charlotte Weber, Leiterin des Ökumene-Referats im Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland lobte in ihrem Grußwort Dallys "Bodenhaftung mit Weite". Dabei sei er alles andere als rückwärts gewandt gewesen. Er habe stets mit Weitblick die großen Fragen der Missionsbewegung in den Blick genommen. Ihm sei es zu verdanken, dass die vom LMW formulierten Standards auch in der täglichen Arbeit umgesetzt würden.

In Volker Dallys Amtszeit hat sich das LMW weiter inhaltlich profiliert und positioniert. Als Theologe entwickelte er die Idee einer „Theologie der Begegnung“, die einen interkulturellen, interreligiösen und interspirituellen Austausch ermöglichen solle. Dally gilt als Brückenbauer zwischen den Kulturen und Religionen. Insbesondere der interreligiöse Dialog mit dem Islam und anderen Glaubensrichtungen ist ihm wichtig. So stieß er in vielen kirchlichen Gremien auch durchaus kontroverse Debatten an. Es ist ihm ein persönliches Anliegen, dass dieses Thema auch von seinem Nachfolger oder seiner Nachfolgerin weiter eingebracht wird.

Außerdem wurden Leitsätze und verschiedene Standards beispielsweise für die Partnerschaftsarbeit, für das Freiwilligenprogramm Nord-Süd und Süd-Nord sowie für die Projekt- und Programmarbeit erarbeitet. Angesichts der wirtschaftlich erfreulich stabilen Lage und der Einwerbung von Drittmitteln konnten auch neue Personalstellen eingerichtet werden.

Volker Dally betont, dass es ihm nicht leicht falle, das LMW zu verlassen: „Ich habe die vergangenen fünf Jahre mit großer Freude in dieser Stelle gearbeitet und danke all denen, die das LMW und mich persönlich unterstützt haben. Wenn ich nun in ein anderes Missionswerk wechsele, ist dies nicht in einer Unzufriedenheit mit meiner bisherigen Situation begründet, sondern in den Möglichkeiten, die eine international strukturierte Gesellschaft mir bieten wird. Ich werde der Arbeit des LMW ideell verbunden bleiben und natürlich auch weiterhin Mitglied im Freundes- und Förderkreises des Werkes“.

Dally war Mitglied der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, der er regelmäßig über die Arbeit des Missionswerkes berichtete. Er war Beratendes Mitglied der Kammer für Mission – Ökumene  – Eine Welt der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. An der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig hatte er einen Lehrauftrag.

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