Dr. Günter Renck verstorben

Es war erst Ende Mai 2017, dass wir Günther Renck, seine Frau Gertrud und einige seiner ehemaligen Studienkollegen zu einem Alumni-Treffen in den Räumen des Leipziger Missionswerkes begrüßen konnten. Bei einem kleinen Programm und dem gemeinsamen Abendmahl erlebten wir eine gute Gemeinschaft und konnten Erinnerungen austauschen. Es war eine berührende und gesegnete Begegnung. Wir wussten damals nicht, dass es die letzte mit Günther Renck sein sollte.

Nun haben wir mit großer Betroffenheit erfahren, dass er am 23. Juni 2017 im Alter von 87 Jahren heimgerufen wurde.

Mit unseren Gedanken und Gebeten sind wir besonders bei seiner Frau, allen Anverwandten und Freunden. Der Wochenspruch aus Matthäus 11,28 kann uns Trost sein:

Christus spricht: Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.

Günther Renck wurde 1930 in Gundorf bei Leipzig geboren. Er besuchte von 1950 bis 1955 das Missionsseminar in Leipzig. Vor 60 Jahren, im Juni 1957, wurde er mit seiner Frau Gertrud als einer der ersten fünf Neuguinea-Missionare der Leipziger Mission abgeordnet. Ein Schritt, der einen neuen Lebensabschnitt einläutete, der ihn bis zu seinem Tod begleitete: das Engagement, den Dienst und das Interesse für die Mission und insbesondere für Papua-Neuguinea. 

Er begann 1957 in Tarabo und ging danach für sechs Jahre mit seiner Familie nach Rongo. Während seines Heimaturlaubs 1965 beschäftigte er sich mit dem Thema Sprachmethodik. 1966 arbeitete er für ein Jahr in Rintebe, dann zwei Jahre in Ponampa und bis 1976 erneut in Rongo. Von 1972 bis 1973 war er auf Heimaturlaub. 1974 war er sechs Monate am Linguistikinstitut der Australischen Nationaluniversität in Canberra tätig.

Begabt mit einem hohen Maß an Sprachverstand widmete er sich neben dem pastoralen Dienst insbesondere linguistischen Studien und lehrte an verschiedenen Einrichtungen. Seine Publikationen sind zu Standardwerken geworden. Er gilt unter anderem als anerkannter Fachmann für die Erforschung der Yagaria-Sprache in Neuguinea. 

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland 1976 war er drei Jahre  im Heimatdienst der Leipziger Mission in Hildesheim und Niedersachsen tätig. Danach arbeitete er acht Jahre als Gemeindepfarrer in Garmissen. 1987 promovierte er in Erlangen zum Thema „Kontextualisierung des Christentums und Christianisierung der Sprache“. Im Auftrag des Nordelbischen Missionszentrums begann Renck 1987 als Dozent am Senior-Flierl-Seminar in Logaweng zu lehren. Von dort kehrte er 1995 zurück, um sich in Erlangen zur Ruhe zu setzen.

Voller Dank blickt die Leipziger Mission auf die vielen Jahre der Zusammenarbeit mit Günther Renck zurück. Selbst in den Jahren der Trennung durch die Mauer blieb er Leipzig verbunden. Er und seine Frau haben immer wieder den Kontakt nach Leipzig gesucht und möglich gemacht, bis hinein in die letzte Zeit. Diese Begegnungen sind mit vielen schönen und wertvollen Erinnerungen verbunden. 

Dr. Günter Rencks hervorragendes geschichtliches Wissen war für uns immer wieder eine wunderbare Fundgrube missionsgeschichtlicher Zusammenhänge im Pazifik und voller Dankbarkeit denken wir an die Vorträge zurück, die er gehalten und an die Artikel, die er für unsere „Kirche weltweit“ geschrieben hat. 

Er durfte ein reiches Leben aus Gottes Hand nehmen und hat es mit der ihm eigenen Zielstrebigkeit aktiv und zuversichtlich gestaltet. Viele konnten so an dem Segen teilhaben, den er selbst erfahren hat. 

Wir befehlen ihn der Gnade und Güte Gottes an; dem Gott, von dem wir wissen, dass er ein Gott des Lebens und der Hoffnung ist.

 

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