Pazifische Inseln im Fokus

UN-Klimakonferenz

COP23: Bedürfnisse der besonders betroffenen pazifischen Inseln nachhaltig in den Fokus rücken

(Pazifik-Netzwerk e.V.) Vom 6. bis 17. November 2017 findet in Bonn die 23. UN-Klimakonferenz (COP23) unter Präsidentschaft des pazifischen Inselstaats Fidschi statt. Die pazifischen Inseln gehören zu den am stärksten von den Folgen des Klimawandels betroffenen Staaten der Welt, wie insbesondere der Meeresspiegelanstieg und die zunehmende Anzahl an Naturkatastrophen wie der verheerende Zyklon „Winston“ in Fidschi im vergangenen Jahr zeigen.

Der Vorstandsvorsitzende des Pazifik-Netzwerk e.V., Oliver Hasenkamp, hält den Schritt, die UN-Klimaverhandlungen unter die Leitung eines besonders vom Klimawandel betroffenen Inselentwicklungsstaats zu stellen, deshalb für längst überfällig: „Es wird höchste Zeit, dass die Weltgemeinschaft den Menschen und Bevölkerungsgruppen, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind, endlich mehr Aufmerksamkeit gibt. Dafür bietet die COP23 unter Fidschis Präsidentschaft eine einmalige Chance.“ Ziel der Konferenz muss es daher sein, Maßnahmen zu beschließen, um den Temperaturanstieg auf 1,5°C zu begrenzen. Dieser Wert gilt vielen pazifischen Inseln als eine Schwelle, ab der eine Bewohnbarkeit nicht mehr möglich ist.

Auch Steffi Kornder, Referentin in der Pazifik-Informationsstelle, unterstreicht die katastrophalen Auswirkungen des Klimawandels für die pazifischen Staaten: „Bereits heute müssen die Bewohnerinnen und Bewohner einiger Inseln umgesiedelt werden. Dahinter stehen Tausende persönliche Schicksale und der Identitätsverlust der betroffenen Menschen. Daher treten die pazifischen Staaten, zivilgesellschaftliche Organisationen, Kirchen sowie Aktivistinnen und Aktivisten für einen konsequenten Klimaschutz ein, um ihre Heimat behalten zu können“, so Kornder. Fidschi hat deshalb auch als der erste Staat das Klimaabkommen von Paris unterzeichnet und ratifiziert. So ist die fidschianische COP23-Präsidentschaft gerade angesichts des angekündigten Austritts des USA aus dem Abkommen ein wichtiges Signal.

Hasenkamp fordert aber auch eine nachhaltige Unterstützung der Menschen im Pazifik und anderen Weltregionen, die in der öffentlichen Diskussion häufig übersehen und vergessen werden: „Jetzt während der COP23 wird überall über Fidschi und die Auswirkungen des Klimawandels für die pazifischen Inselstaaten gesprochen. Das ist gut und wichtig. Aber was passiert in zwei Wochen, wenn die COP23 vorbei ist? Der Pazifik darf dann nicht wieder völlig in der Versenkung verschwinden“, so Hasenkamp.

Er warnt auch davor, die Inselstaaten auf den Klimawandel zu reduzieren: „Das dramatische am Klimawandel ist ja, dass er Menschen mit ihren Kulturen, Traditionen und Lebensweisen in ihrem alltäglichen Leben trifft. Über all diese Aspekte weiß hierzulande kaum jemand Bescheid. Deshalb verdient der Pazifik auch über den Klimawandel hinaus endlich deutlich mehr Aufmerksamkeit in Öffentlichkeit, Medien und Politik in Deutschland.“ Das Pazifik-Netzwerk hat anlässlich der parallel zur COP23 laufenden Koalitionsverhandlungen ein Forderungspapier für eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den pazifischen Staaten veröffentlicht.

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