Alles, was Recht ist.

Vortrag zu Dalits in Indien

Alles, was Recht ist. Zur Situation von Dalits (Kastenlosen) in Indien

Öffentlicher Vortrag von Manuela Ott, Dalit Solidarität in Deutschland, Hamburg

In Indien leben etwa 201 Millionen Dalits („Die Gebrochenen“) – früher Unberührbare genannt. Noch heute werden sie häufig auf Grundlage des hinduistischen Kastensystems ausgegrenzt, weil sie nach den heiligen Schriften des Hinduismus als unrein gelten.

Folge ist eine anhaltende Diskriminierung von Dalits im Alltag. Sie werden als zuständig für die Entsorgung von Müll und Kadaver angesehen, dürfen in vielen indischen Dörfern keine öffentlichen Wasserquellen benutzen und verdienen für gleiche Arbeit weniger Geld. Unter einer doppelten Diskriminierung leiden die Dalit-Frauen: Immer wieder kommt es zu Vergewaltigungen, Angriffen und auch Morden.

Das alles geschieht, obwohl „Unberührbarkeit“ und jede Form von Diskriminierung nach dem indischen Gesetz seit der Unabhängigkeit Indiens 1950 als abgeschafft gelten. Es existieren Gesetze und staatliche Programme zum Schutz von Dalits, diese werden aber auch von indischen Behörden häufig nicht umgesetzt.

Zur Referentin

Als diplomierte Geografin arbeitet Manuela Ott seit 1999 im Bereich Entwicklungszusammenarbeit. Nachdem sie mit dem Deutschen Entwicklungsdienst für zwei Jahre in Burkina Faso gearbeitet hat, war sie 12 Jahre für Misereor, dem Bischöflichen Hilfswerk, tätig. Dort hat sie sich seit 2005 zunächst im Indien-Team intensiv mit dem Thema „kastenbasierte Diskriminierung“ befasst, seit 2008 dann im Länderbereich Bangladesch und Nepal. Seit 2014 koordiniert sie die Dalit Solidarität in Deutschland, ein Netzwerk, das an das Evangelische Missionswerk in Hamburg gebunden ist.

Eintritt frei.

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