Hoffnung hat Flügel

Buschfliegerei am Äquator

Mathias und Mandy Glass sind zu Gast im Leipziger Missionswerk  und berichten vom Piloten-Alltag im Hochland von Papua-Neuguinea 

„… Es ist mein flugfreier Bürotag, den ich eigentlich für dringende Papierarbeit brauche. Trainingsberichte, mein Logbuch und E-Mails warten schon seit Tagen auf Bearbeitung. Da klingelt mein Telefon und unser Flug-Organisator ist am anderen Ende der Leitung. Er fragt, ob ich einen Krankentransportflug für eine ältere Frau von Lapalama ins Krankenhaus nach Kompiam fliegen kann. Die Frau sei sehr schwach und braucht dringend ärztliche Betreuung. Eine halbe Stunde später bin ich am Flugplatz und bereite den Flug vor. Ist eine Trage erforderlich? Niemand weiß es. Ich nehme sie trotzdem mit. Sicherheitsgurte und eine dünne Matratze sind schon im Flugzeug um Patienten liegend zu transportieren. Es sind nur 20 Flugminuten nach Lapalama und 6 weitere nach Kompiam. Ohne Flugzeug hätte es für diese Frau keine andere Möglichkeit gegeben. In solchen Momenten weiß ich, warum mich Gott vor vielen Jahren für die Missionsfliegerei begeistert hat.

Viele Menschen im Busch von Papua-Neuguinea sind abgeschnitten von medizinischer Versorgung, Bildung und jeglicher Infrastruktur, die für uns in Deutschland selbstverständlich sind. Der Flug von Lapalama nach Kompiam dauert nur 6 Minuten, aber die anstrengende Buschwanderung an steilen Hängen, durch dichten Busch und durch Gebirgsflüsse dauert 6 bis 8 Stunden und ist für Patienten undenkbar.

In 2018 hat MAF in Papua-Neuguinea 36.700 Passagiere und 2.100 Tonnen an Fracht transportiert. Die meisten Passagiere können den Bereichen Kirche, Medizinische Versorgung, Bildung, Entwicklungshilfe oder Krankentransporte zugeordnet werden. Der weitaus größte Teil der Fracht wurde für Dorfentwicklung geflogen, anderes für Bauprojekte im kirchlichen- oder Bildungsbereich.

Seit 13 Jahren sehe ich meinen Platz im Missionsflugdienst bei MAF in Papua-Neuguinea. Zuerst als Copilot auf der Twin Otter, dann als Linienpilot in einem Airvan und parallel als Kapitän auf der Twin Otter. Seit Januar 2018 bin ich als Kapitän einer Cessna Caravan unterwegs und darf inzwischen auch neue Piloten auf das Flugzeug einweisen und prüfen.

Mandy, meine Frau seit 2008 und gebürtig aus Lengefeld im Erzgebirge, arbeitet seit 2014 im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und ist verantwortlich für Berichtserstattung in Magazinen und Online-Medien. Viele ihrer englisch-sprachigen Beiträge finden sich online auf der Internet- und Facebook Seite von MAF Papua-Neuguinea sowie auf den Webseiten von internationalen MAF Ressourcenländern.

Gemeinsam sehen wir unseren Platz bei MAF in Papua-Neuguinea immer wieder bestätigt, auch wenn der Alltag mit den besonderen Herausforderungen eines Entwicklungslandes uns regelmäßig an unsere Grenzen bringt. Verschiedene Kulturen und Weltanschauungen sind bereichernd und herausfordernd zugleich. Da ist es gut, sich immer wieder an Gottes Berufung für unseren Dienst zu erinnern, den Alltag mit ihm zu leben und seine Verheißungen in Anspruch zu nehmen."

Mathias Glass

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