<p>Meine Mission - meinen Auftrag als christliche Frau - sehe ich darin, den Menschen das Evangelium zu verkündigen, dass sie gesund werden, geistlich leben und wirtschaftlich selbstständig sein können.</p>

Meine Mission - meinen Auftrag als christliche Frau - sehe ich darin, den Menschen das Evangelium zu verkündigen, dass sie gesund werden, geistlich leben und wirtschaftlich selbstständig sein können.

Hulda Lomayani, Arusha; Mitarbeiterin der Kirchenverwaltung der Nord-Zentral-Diözese

Herzlich Willkommen

„Hier stehe ich, ich kann nicht anders“; dieser Martin Luther zugeschriebene Satz wird dem Reichstag zu Worms 1521 zugeordnet. Ohne die Bedeutung dieses Satzes zu kommentieren, wird deutlich, dass evangelischer Glaube seit Luthers Zeiten in die Öffentlichkeit gehört, gerade auch in die politische Öffentlichkeit, wie es das Beispiel des Reichstages zu Worms zeigen kann. Im Themenjahr 2014 der Reformationsdekade zu „Reformation und Politik“ werden wir als Missionswerk unsere Augen darauf richten, wo wir in der Vergangenheit und Gegenwart in politische Strukturen eingebunden waren und sind. Das 200-jährige Jubiläum des Geburtstages von Karl Graul wird ein erster Anlass sein zu fragen, wie seine theologischen Entscheidungen von der Achtung sozialpolitischer Verhältnisse geleitet waren. So sollen die Jubiläumsveranstaltungen beispielsweise seine Haltung zur Kastenfrage beleuchten und Gründe für das Fortführen oder Aufgeben von Missionsgebieten unter der Frage politischer Machtverhältnisse erörtern.

„Hier stehe ich, ich kann auch anders“ wird unser Thema für das Jahresfest und den Landeskirchentag der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens in Leipzig sein. Was unsere Partner in Indien, Tansania und Papua-Neuguinea anders machen, wie und warum sie in Fragen des Glaubens und dem Einsatz für Gerechtigkeit andere Wege gehen und gemeinsame Wege mit uns suchen, soll uns in diesen Tagen begleiten.

Auch die Frage, inwieweit das Leipziger Missionswerk in koloniale Bestrebungen des deutschen Reiches involviert gewesen ist, wo es sich deutlich davon distanziert hat und in welchen Bereichen unsere Partner den europäischen und nordamerikanischen Kirchen einen „Themenkolonialismus“ vorwerfen, soll nicht verschwiegen werden.

Und bei aller Verschiedenheit freuen wir uns unseren Glauben in seinen vielfältigen Formen in zahlreichen Angeboten gemeinsam feiern zu können.